Sonnenschutz - Innen oder Außen?

Eine immer wieder viel diskutierte Frage. Wo soll der Sonnenschutz am besten montiert werden, vor oder hinter der Verglasung? Was gibt es dabei zu beachten? Eine generelle Antwort auf diese Frage wird ein Fachmann nicht geben, ohne die örtliche Situation und das Anforderungsprofil des Nutzers zu kennen, zu vielfältig sind die Möglichkeiten die richtige(n) Lösung(en) aufzuzeigen. Vier Schlüsselfaktoren sind maßgeblich für die Wahl des Sonnenschutzes, vor allem die bauphysikalischen Vorgänge stehen dabei im Fokus, wie auch der verfügbare Kostenrahmen und die ortsgebundenen Klimadaten. Nicht vergessen werden darf bei der ganzen Betrachtung die automatische Steuerung des Sonnenschutzes.

Generell kann festgestellt werden, dass Sonnenschutz, egal ob innen oder außen bei einer ganzheitlichen Betrachtung nur dann effektiv gestaltet werden kann, wenn er automatisiert ausgeführt wird. Mit einer automatischen Steuerung ist es möglich neben effektiven Blendschutz die Kühllasten im Sommer zu reduzieren und die solaren Gewinne im Winter mitzunehmen.

Betrachtet werden muss natürlich auch die örtliche Einbausituation. Hier gilt es genau zu analysieren welche Kombinationsmöglichkeiten mit dem vorhandenen Fenster oder der Fassade bestehen. Grundsätzlich bietet der außenliegende Sonnenschutz Vorteile gegenüber dem innenliegenden. Hier gilt  die Bauphysik: Glas ist für die kurzwelligen Sonnenstrahlung in Abhängigkeit von Beschichtungen relativ gut durchlässig. Haben die Strahlen das Glas erst einmal passiert, werden sie im Innenraum reflektiert. Für die daraus entstehenden langwelligen Strahlen ist Glas aber weitestgehend undurchlässig, und werden so entweder von der inneren Glasscheibe absorbiert, und/oder ins Rauminnere reflektiert. Die resultierende Raumaufheizung nennt man im allgemeinen Treibhauseffekt.

Sonnenschutz vor der Verglasung absorbiert je nach Ausführung einen großen Teil der Strahlung vor dem Glas und reduziert die Strahlungsenergie auf einen mehr oder weniger kleinen Restwert, der die Glasscheibe durchdringen kann. Der innenliegende  Sonnenschutz verhält sich im Prinzip wie der außenliegende, mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Reflektion hinter der Verglasung entsteht und im Rauminneren verbleibt.

Jetzt einfach auf die physikalischen Faktoren zu schielen wäre zu einfach, betrachtet werden muss die Frage nach dem Sonnenschutz ganzheitlich. Die entscheidende Komponente ist die Betrachtung welche Kombination von Sonnenschutz, Glas und evtl. auch Lüftung über das Jahr gesehen zusammen mit einer automatischen Steuerung das beste Einsparpotenzial bietet. Nicht vergessen darf dabei natürlich der Blendschutz, evtl. Auflagen durch Denkmalschutz etc., oder profane Dinge wie die Gebäudehöhe und Windeinflüsse. Auch Faktoren wie der Einbau von Sonnenschutz während der Neubauphase oder als Nachrüstung spielen bei den Rahmenparametern eine wichtige Rolle. Last but not least muss der Nutzer in alle Planspiele einbezogen werden, denn ohne die entsprechende Nutzerakzeptanz wird zu oft die automatische Steuerung von Sonnenschutzanlagen auf manuelle Bedienung geschaltet, und damit alle Planspiele ad absurdum geführt.

Innen oder Außen? Eine Frage die so ohne weiteres nicht zu beantworten ist, denn auf die richtige Kombination der Komponenten kommt es an. 

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