Gut gedämmt Löwe...

Ein Kürzel das mit dem Thema Energiesparen sehr eng verbunden ist, lautet WDVS und steht als Abkürzung für Wärmedämmverbundsysteme. Bereits seit den 60er Jahren wird diese Form der äußeren Dämmung auf Mauerwerken eingesetzt, und hat sich zu einer festen Größe beim Neubau und auch im Bereich der Sanierung entwickelt. Entgegen vielen anderen äußeren Dämmschichten und Außenverkleidungen (Holz, Klinker, Schiefer etc.), die durch den Rohstoff stellenweise eine sehr starke regionale Ausprägung haben, kommt das WDVS in ganz Deutschland durchgängig zum Einsatz, und zeigt in der Historie eine hohe Lebensdauer. Aufgebaut sind die Wärmedämmverbundsysteme in der Regel aus drei Schichten:

1. Eine Tragwerkskonstruktion aus Beton oder Mauerwerk

2. Einer Wärmedämmung bestehend aus Hartschaumplatten oder Mineralfaserplatten (Befestigungsvarianten sind in der Regel verklebt, verklebt und verdübelt, verdübelt und Schienenbefestigung)

3. Einer Putzschicht, die meistens zweilagig als Dünn- oder Dickputzsystem auf ein Glasfasergewebe aufgetragen wird

Stellt die große glatte Fläche überhaupt kein Problem dar, so ergeben sich neuralgische Punkte beim WDVS-Systemen immer dort, wo wir starke Vor- und Rücksprünge, Gesimse, und vor allem Fensteröffnungen finden. Können diese Punkte beim Neubau meistens sehr einfach in die Planung mit einbezogen werden, so macht der vorhandene Baukörper im Renovierungsfalle sehr oft einen größeren Aufwand notwendig, um saubere und gut funktionierende Lösungen zu schaffen. Besonders im Bereich der Fensteröffnungen zeichnen sich mit der Innenlaibung und der Anbindung der hier zusammentreffenden Gewerke mögliche Problemstellen und das Entstehen von Wärmebrücken ab. Zahlreiche Auswertungen von Sachverständigengutachten zeigen im Bereich der Innenlaibung eine deutlich zu geringe Dämmschicht, da Fenster bei der Sanierung in der Regel mit den gleichen Rahmenaußenmaßen ausgeführt werden, und so konstruktiv wegen dem verbleibenden Mauerwerk kein Platz geschaffen werden kann, um eine ausreichende Dämmschicht aufzubringen. Besonders bei einer „Step by Step“ Sanierung, wird genau diese Problematik der späteren notwendigen Anschlussdetails bei der Planung zu oft nicht berücksichtigt. Folgen sind die Entstehung von Wärmebrücken und die mögliche Ausbildung von Schimmel im Innenraum.

Wie auch in den vielen anderen Bereichen des Neubaus und bei der Sanierung ist gerade im Bereich der Außendämmung eine fachgerechte Planung notwendig, um durchgängig ein hohes Wärmedämmniveau zu erreichen. Egal ob die Maßnahmen in einem Schritt ausgeführt werden, oder die Sanierung nach und nach erfolgt, gerade die Anbindungspunkte an Dachanschlüsse, Fenster und Türen und evtl. vorhandene Wintergärten müssen gut geplant werden, um unnötige Wärmeverluste zu vermeiden. Auch bei der nachträglichen Montage von Markisen, Rollladen- oder Sonnenschutzsystemen, Lampen etc. auf den Wärmedämmverbundsystemen muss darauf geachtet werden, dass durch die Befestigungssysteme keine Wärmebrücken entstehen, und vor allem kein Druck auf das WDVS entsteht. Mögliche Risse und das spätere Eindringen von Feuchtigkeit wären hier die Konsequenz.

WDVS, kein Thema also für „do it yourself“, sondern eine Planung und Ausführung durch die entsprechenden Fachleute, um die anfallenden Investitionskosten sinnvoll und dauerhaft anzuwenden. 

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