Sommerlicher Wärmeschutz an Fassaden

In den Blickpunkt der Politik ist der sommerliche Wärmeschutz erst relativ spät gerückt, aber durch die Forderungen Kühllasten zu reduzieren und die dadurch angepassten Vorschriften der Energieeinsparverordnung nach Möglichkeit auf den Einsatz von Klimaanlagen zu verzichten, stellen heute gang klare Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz. Eigentlich geht es nur um ein Grundbedürfnis des Menschen: Die Verhinderung der Aufheizung von Räumen durch Sonneneinstrahlung und ein behagliches Raumklima.

Beschrieben wird der sommerliche Wärmeschutz in der Energieeinsparverordnung für Gebäude (EnEV). In der DIN 4108 Beiblatt 2 sind die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz in Abschnitt 8 geregelt. Mit dieser Regelung wird der sommerliche Wärmeschutz in Abhängigkeit der folgenden Faktoren bestimmt:

  • Klimaregion
  • Ausrichtung der Fensterflächen und deren Neigung
  • Verhältnisse von Fensterflächen zu den Grundflächen von Räumen
  • Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung
  • Wirksamkeit von Sonnenschutzeinrichtungen
  • Lüftungsmöglichkeiten (aktiv und passiv, bzw. Nachtkühlung)
  • Wärmespeicherkapazitäten der von Wänden etc.
  • Interne Wärmequellen wie anwesende Personen, EDV-Anlagen,  Kunstlicht etc.

Die aufgezählten Faktoren zeigen deutlich die Problematik auf. Durch Wärmequellen unterschiedlichster Art heizen sich Räume auf, das heißt die Energiezunahme ist größer als der Energieabfluss. Neben den wesentlichen Wärmequellen im Innenraum, wie Personen, Computern und den je nach Tageszeit entstehenden Kunstlichtanteil ist es vor allem die Sonne, die die Raumaufheizung stark begünstigt. Sind es zum einen die Fensterflächen, die durch den solaren Eintrag, steigende Raumtemperaturen verursachen, so erfolgt auch über die Aufheizung der Fassade oder das Mauerwerk eine Abgabe von Energie ins Rauminnere. Da Kernspeicher wie z.B. Mauerwerk und Beton thermisch sehr träge sind, erfolgt die Abgabe von der tagsüber durch Sonneneinstrahlung gespeicherten Energie bis in die Nachtstunden.

 

Um den sommerlichen Wärmeschutz zu gewährleisten sind vier einfache Faktoren zu beachten:

  • Der Energieeintrag muss vermieden werden. (Bessere Dämmung der Fassaden und Außenwände, Einsatz von automatisch gesteuerten Sonnenschutzanlagen)
  • Einsatz von Tageslichttechnik, um den Kunstlichteinsatz zu reduzieren
  • Die Abführung der Wärme in der Raumlauft durch automatische Lüftungsanlagen
  • Die Zwischenspeicherung der eingetragenen Energie in z.B. Kernspeichermassen und die verzögerte Abfuhr der Energieeinträge über die Nachtlüftung. 

Ein gut funktionierender sommerlicher Wärmeschutz wird nur dann gewährleistet sein, wenn die einzelnen Komponenten wie Glas, Sonnenschutz, Lüftung und Dämmung etc. perfekt aufeinander abgestimmt und automatisiert werden, damit diese Systeme unabhängig vom Raumnutzer funktionieren. Natürlich müssen Faktoren wie Blendschutz am Arbeitsplatz und das Wohlbefinden der Menschen mit berücksichtigt werden um eine ganzheitliche Lösung erreichen. Die wichtigste Forderung wird sein, dass der sommerliche Wärmeschutz auf den winterlichen Wärmeschutz abgestimmt wird, um die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes wirklich optimieren zu können.

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